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Wohngebäudeversicherung: Eine nicht ausgefallene Miete ist kein Mietausfall

Ein Mann hatte seine Mietwohnung der Ex-Frau und den gemeinsamen Kindern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Nachdem das Appartement aufgrund eines Leitungswasserschadens vorübergehend unbewohnbar war, machte er den entstandenen Mietausfall gegenüber seinem Versicherer geltend. Doch das Unternehmen verweigerte die Kostenübernahme, da die unentgeltliche Überlassung des Wohnraumes "an Dritte" nicht versichert sei. Zu Recht, so das Oberlandesgericht Bremen, denn der Sinn und Zweck einer Mietausfallversicherung sei es, Schäden am Vermögen eines Versicherungsnehmers durch die fehlenden Mieteinnahmen abzusichern. Zwar hätte der Mann auch dann einen Anspruch auf Ersatz des ortsüblichen Mietwertes gehabt, wenn er selbst die Wohnung bewohnt hätte. Hierdurch wäre jedoch auch ihm selbst, und nicht einem Dritten (hier: seiner Ex-Frau) ein dem Versicherungszweck entsprechender beziehungsweise abgedeckter Vermögensschaden entstanden. (OLG der Freien Hansestadt Bremen, 3 W 14/12)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 30.10.2012