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Werbungskosten: Auch geerbtes Haus spart - vermietet - Steuern

Auch wenn eine vermietete Immobilie geerbt wird, für das Haus also keine "Anschaffungskosten" angefallen sind, können die Erben (hier ging es um das Mitglied einer Erbengemeinschaft) die so genannten Anschaffungsnebenkosten grundsätzlich als Werbungskosten vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen. So dürfe die Erbin zum Beispiel Kosten für Grundbucheintragungen ansetzen, was das Finanzamt hier zunächst verweigerte. Das Finanzgericht Münster sah das anders und urteilte, dass Erwerbsnebenkosten bei unentgeltlicher Anschaffung zwar nicht sofort, allerdings über mehrere Jahre hinweg steuerlich abzugsfähig seien. Die Aufwendungen seien wie Werbungskosten anzusehen, da sie zur Erzielung von Einkünften gedacht seien. Sie nicht anzuerkennen, verstoße gegen das objektive Nettoprinzip. Außerdem sei es nicht verständlich, dass die Kosten anerkannt würden, wenn ein geringer Preis für das Haus bezahlt worden wäre.
(FG Münster, 13 K 1907/10 E)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 28.09.2012