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Schönheitsreparaturen: Knallig bunte Wände muss nicht der Vermieter "neutralisieren"

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Mieter die von ihnen bewohnten vier Wänden nach einem Auszug  auch dann hell gestrichen zurückgeben müssen, wenn dies im Mietvertrag nicht geregelt ist. Zwar dürften sie während der Mietzeit selbst bestimmen, in welchen Farben sie die Wände streichen - zur Rückgabe der Wohnung müsse es jedoch eine Farbe sein, „die für möglichst viele Mietinteressenten akzeptabel ist“. Im konkreten Fall ging es um eine frisch in weißer Farbe renovierten Doppelhaushälfte, die die Mieter vereinzelt in kräftigem rot, gelb und blau umgestrichen und (nach 2 Jahren Mietzeit) so hinterließ. Der Vermieter verlangte Schadenersatz (in Höhe von 3.600 €) für die von ihm veranlassten Renovierungen - zu recht. Auch wenn der Mieter laut Vertrag nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet sei, müsse er die Wohnung in „neutraler Dekoration“ zurückgeben, damit sie weitervermietet werden könne. In ausgefallenen Farben gestrichene Wände würden dagegen von vielen Interessenten nicht akzeptiert und die Neuvermietung damit „praktisch unmöglich“. (BGH, VIII ZR 416/12)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 19.11.2013