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Nachbarrecht: Wenn beide Eigentümer "zu nah dran" sind, kommt's auf die "Qualität" an

Hat ein Grundstücksnachbar mit seinem Gebäude gegen die am Ort geltende Abstandsregel verstoßen, so ist es ihm dennoch nicht verwehrt, gegen einen gleichartigen Verstoß des Nachbarn gerichtlich vorzugehen. In solchen Fällen wird derjenige das bessere Ende für sich haben, der den "geringeren" Verstoß begangen hat. Es kommt dann auf die "Qualität" des Verstoßes an. Aus der Urteilsbegründung: In einer derartigen Situation können nur solche Rechtsverstöße abgewehrt werden, die den Eigentümer stärker beeinträchtigen als sein eigener Rechtsverstoß das Nachbargrundstück beeinträchtigt.
(OVG für das Land Nordrhein-Westfalen, 2 B 983/12)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 17.04.2013