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Nachbarrecht: Mit dem Grundstück "nach Belieben verfahren" - es sei denn...

Ein Eigentümer darf mit seinem Grundstück nach Belieben verfahren, auch wenn dies nachteilige Auswirkungen auf das Nachbargrundstück hat - "solange ihm das Nachbarrecht seine Handlung nicht verbietet". Das heißt: Ein Grundstückseigentümer, der sein Areal "vertieft" hat, was seinen Nachbarn veranlasste, auf seinem Grundstück dafür eine Stützmauer zu errichten, damit sein Grundstück nicht absinkt, hat Anspruch darauf, dass diese Mauer - auch nach einem Wechsel des nachbarlichen Eigentümers - nicht ersatzlos abgerissen wird. Deshalb muss dieser gegebenenfalls "für eine anderweitige Befestigung" sorgen. Umgekehrt: Hat der Nachbar sein Grundstück aufgeschüttet (oder ist nach Jahren und Wechseln der Eigentümer nicht mehr feststellbar, worauf der Höhenunterschied beruht), so darf der Eigentümer die Mauer nach eigenem Gutdünken abreißen. (BGH, V ZR 97/11)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 13.11.2012