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Nachbarrecht: Glockengeläut gehört auch früh morgens zum christlichen Leben

Ein Mann, der in der unmittelbaren Nachbarschaft einer evangelischen Kirche wohnt (hier rund 100 Meter entfernt), kann nicht das morgendliche liturgische Glockenläuten untersagen lassen. Die Argumente des Mannes, der Staat sei verpflichtet, Störungen der Religionsausübung durch dritte zu verhindern und der lärm der Glocken störe seine Schlafqualität, ließ das Verwaltungsgericht Stuttgart nicht gelten. Das liturgische Glockenläuten sei „ aufgrund des verfassungsrechtlich garantierten Selbstbestimmungsrechts der Kirche und des Schutzes der freien Religionsausübung privilegiert“. Außerdem handele es sich dabei um eine „ zumutbare, sozialadäquate und allgemein akzeptierte Äußerung kirchlichen Lebens“.
(VwG Stuttgart, 11 K 1705/05)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 21.04.2011