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Nachbarrecht: Auch in einer Eigentumswohnung darf nicht geraucht werden, wie es beliebt

Fühlt sich ein Wohnungseigentümer in einer Eigentumsanlage durch einen unter ihm wohnenden Eigentümer erheblich gestört, weil dieser auf seinen Balkonen regelmäßig raucht, so kann er ihn durch Klage dazu verpflichten, nur noch einen seiner beiden Balkone zum Rauchen zu nutzen, damit der Qualm der Zigaretten nicht in sein Schlafzimmer dringe. Der "Störer" kann dagegen nicht einwenden, Rauchen gehöre zum "zulässigen Gebrauch" seiner Wohnung samt der Balkone; es läge in seinem Ermessen, welchen der Vorbauten er "zum Rauchen verwende", solange er nicht "exzessiv" qualme. Dazu das Landgericht Frankfurt am Main: Der rauchende Eigentümer möchte in seiner eigenen Wohnung nicht rauchen, sondern den Balkon dafür nutzen. Umso mehr sei eine Abwägung zugunsten des klagenden Wohnungseigentümers erforderlich, welcher ebenfalls von dem Geruch und Rauch in seiner Wohnung verschont werden möchte. (LG Frankfurt am Main, 2/9 S 71/13)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 28.10.2014