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Mietrecht: Wenn der Zigarettenrauch vom Balkon durch die Mauerritzen strömt, sinkt die Miete

Die Freiheit jedes Menschen, tun und lassen zu können, was er mag, endet dort, wo die Freiheit anderer Menschen beeinträchtigt wird. Vermieter können also ihren Mietern untersagen, in Gemeinschaftsräumen - etwa dem Treppenflur, auf dem Boden oder in der Waschküche - zu rauchen, wenn Mietmieter Qualm dort nicht ertragen wollen. Allerdings darf in den Wohnungen - von seltenen Ausnahmen abgesehen - jeder seinen Rauchgewohnheiten nachgehen, wie er möchte. Dies auch dann, wenn sich Mitmieter (hier in einer darüber liegenden Wohnung) darüber ärgern, dass aus der Wohnung unter ihnen regelmäßig Rauch in ihre Zimmer drängt, weil die dortigen Mieter ihrem regelmäßigen Rauchvergnügen aus dem Balkon nachgehen. Allerdings können die Mieter, falls der Vermieter die Raucher nicht zu einer Änderung ihres (örtlichen) Qualmverhaltens bewegen können, die Miete mindern - hier anerkannt in Höhe von 5 Prozent. (LG Hamburg, 1 S 92/10)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 13.11.2012