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Mietrecht/Verkehrssicherungspflicht: Bodentreppe muss auch "Schwergewichtige" aushalten

Bricht eine zum Boden eines Mehrfamilienhauses führende Treppe unter der Last eines 115 kg schweren Mieters zusammen, so hat der Hausbesitzer für die Verletzungen Schadenersatz und Schmerzensgeld zu leisten. Der Beweis des ersten Anscheins spreche dafür, dass der Vermieter seine Verkehrssicherungspflicht vernachlässigt habe. Bei regelmäßiger Kontrolle der (Holz-)Treppe hätte ihm auffallen müssen, dass die betreffende Stufe "vorgeschädigt" gewesen sei. Dem könne er nicht entgegen halten, dass die Stufen durch den Hersteller für eine Belastung von mindestens 150 kg ausgelegt seien; eine "Sicht- und Belastungskontrolle" hätte ihm klargemacht, dass die Stufe, die seinem Mieter zum Verhängnis geworden sei, marode war.
(OLG Hamm, 6 U 16/12)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 19.02.2013