Aktuelles

Zurück

Mietrecht: Eine "immer warme" Wohnung erfordert Heizungsprüfung

Eine Mieterin stellte fest, dass ihre Wohnung auch ohne Einschalten der Heizung eine verhältnismäßig hohe Temperatur aufwies. Daraufhin forderte sie den Vermieter auf, die Heizungsanlage zu optimieren, da sie offensichtlich unwirtschaftlich sei und damit kein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweise. Der Hauseigentümer bestritt diese Behauptung, musste allerdings nach dem Urteil des Landgerichts Neubrandenburg die für die Entstehung der Betriebskosten maßgeblichen Tatsachen darlegen. So liege die Beweislast einer solchen (vermuteten) Verletzung des Wirtschaftlichkeitsgebotes zwar grundsätzlich beim Mieter. Dieser könne aber ohne weitere Informationen nur das Symptom der relativ hohen Temperatur ohne Heizungsbetrieb konstatieren. Folglich müsse der Vermieter in Kenntnis der komplexen technischen Vorgänge und Einstellungen darlegen, ob unnötige Kosten in Form eines zu hohen Anschlusswertes beziehungsweise einer zu hohen Vorlauftemperatur vorliegen und durch einen so genannten hydraulischen Abgleich sowie einer effizienten Vorlauftemperaturregelung reduziert werden können. (LG Neubrandenburg, 1 S 75/12)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 10.02.2014