Aktuelles

Zurück

Mietrecht: Auch Berufstätiger muss sich einen "Tagtermin" freischaufeln können

Das Amtsgericht Berlin-Lichtenberg hat entschieden, dass Mieter Handwerkertermine nicht nur nach ihren eigenen Bedürfnissen legen dürfen. Sie müssten auch bereit ein, für Arbeiten im Auftrag des Vermieters an Werktagen zu üblichen Arbeitszeiten die Wohnung zu öffnen. Ein Mieter kann somit nicht pauschal Termine (hier ging es um Ablesungen zur Erfassung von Heizkosten) zwischen 10 und 18 Uhr mit der Begründung ablehnen, er müsse „immer bis 18 Uhr arbeiten“. Der Mieter müsse die Arbeiten zu den vorgeschlagenen Zeiten dulden. Eine pauschale Ablehnung sei nicht ausreichend, Ausnahmen seien nur in Einzelfällen möglich, etwa wenn der Mieter gerade ein neues Arbeitsverhältnis mit Probezeit begonnen habe oder er vor wichtigen Prüfungen stehe (was hier nicht belegt wurde). (AmG Berlin-Lichtenberg, 18 C 366/13)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 14.01.2015