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Eigentumswohnung: Ein Katzennetz ist eine „bauliche Veränderung" - und deshalb...

Ein Wohnungseigentümer ist nicht berechtigt, auf seinem (hier 12 m langen) Balkon ein Katzennetz anzubringen, wenn die Eigentümerversammlung sich weigert, ihm die dafür erforderliche Genehmigung zu erteilen. Denn es handelt sich bei dem Vorhaben um eine „bauliche Veränderung", die nicht eigenmächtig durchgeführt werden kann. „Es handelt sich um eine auf Dauer angelegte gegenständliche Veränderung des Gemeinschaftseigentums, die auf Veränderung des vorhandenen Zustandes gerichtet ist und zwar dadurch, dass Gebäudeteile verändert, Einrichtungen oder Anlagen neu geschaffen oder geändert werden", so das Amtsgericht Oberhausen. Unerheblich ist, dass „kein Substanzeingriff in das Gemeinschaftseigentum vorliegt". Es reicht für die Ablehnung aus, dass durch die Konstruktion des Netzes „das Gesamtbild der rückwärtigen Hausfassade umgestaltet" wird. Darin liegt „zugleich ein nicht hinzunehmender Nachteil für die anderen Wohnungseigentümer", auch wenn es sich um die Rückseite des Hauses handelt. (AmG Oberhausen, 34 C 130/10)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 03.08.2012