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Eigentumswohnung: Auf "psychisch kranken" Hausbewohner muss ein Verkäufer hinweisen

Hat der Verkäufer einer Eigentumswohnung (hier ein Bauträger) einen potenziellen Käufer nicht umfassend darüber informiert, dass in dem Gebäude die übrigen Eigentümer bereits erhebliche Probleme mit einem - offensichtlich psychisch kranken - Eigentümer gehabt haben, die noch nicht gelöst werden konnten, so kann der Käufer den Vertrag rückgängig machen. Das Landge-richt Hechingen: Es besteht zwar keine allgemeine Pflicht des Verkäufers, alle Umstände zu offenbaren, die die Entscheidung des Interessenten beeinflussen könnten. Aufklärung über Probleme in einer Wohnungseigentümergemeinschaft, die sich im üblichen Rahmen bewegen, ist daher nicht erforderlich. Ein für die Hausgemeinschaft belästigendes und schikanöses Verhalten eines psychisch kranken Hausbewohners, der seine Aggressionen nicht unter Kontrolle hat (es kam sogar zu Tätlichkeiten) muss jedoch offengelegt werden. (LG Hechingen, 2 O 301/11)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 27.02.2015