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Eigenbedarf: Tochterbesuche können ein ausreichender Grund sein

Das Landgericht Berlin hat die Kündigung einer Mieterin bestätigt, weil ihr Vermieter eine Zweitwohnung benötige - ohne permanent darin zu wohnen. Im konkreten Fall beanspruchte ein Arzt die (lediglich 57 Quadratmeter große) Wohnung (in Berlin), um seine Tochter aus einer früheren Beziehung regelmäßiger besuchen zu können. Er könne Eigenbedarf anmelden, so das Gericht. Auch wenn die Mieterin bereits knapp 25 Jahre darin wohne. Die Gründe des Arztes seien überzeugend. Er brauche die Wohnung, um sich in familiärer, häuslicher Atmosphäre mit seiner Tochter zu treffen. Auch habe die neue Frau des Vaters eine „mutterähnliche Beziehung“ zu dem Kind aufgebaut, das Kind sei nach dem Wegzug des Vaters (nach Hannover)  jedes zweite Wochenende zu Besuch gewesen - nun wolle sie (mittlerweile 13 Jahre alt) nicht mehr reisen, weil im Teenager-Alter der Kontakt zu Freunden wichtiger werde. Es lägen somit keine vorgeschobenen Gründe vor. (LG Berlin, 67 S 121/12)

Quelle: IVD West, Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Newsletter vom 19.11.2013